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UND NUN ZU ETWAS VÖLLIG ANDEREM

Landungsbrücken Frankfurt. Aber anders.
LANDUNGSBRÜCKEN

Premiere: 01. Juni 20

CLUB PICKNICK
Ab 10.06.2020: -> HIER KLICKEN!

DAS LANDUNGSBRÜCKEN EINMALEINS.
Ab 18.06.2020: -> HIER KLICKEN!

DIE LANDUNGSBRÜCKEN SCHNIPSELJAGD
Ab 05.07.2020: -> HIER KLICKEN!

DER HAUPTMANN VON KÖPENICK - So geht das aber nicht!
Filmvorschau: -> HIER KLICKEN!

IMG-20200527-WA0007.jpgTheatermacher*Innen betonen immer wieder und auch immer wieder zurecht oder manchmal auch zu unrecht, dass sie eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Damit meinten wir aber eigentlich das, was auf der Bühne stattfindet und vielleicht gerade noch so, warum das da stattfindet. Die Kunst als Spiegelbild der Gesellschaft. Oder umgekehrt. Oder so. Jedenfalls, wer ins Theater geht, der wählt nicht AfD, soviel steht fest. Das ist unser Job und unser Auftrag. Und das ist beruhigend.

Beunruhigend dagegen ist, wenn man an einem Freitag, den 13. beschließt, seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht mehr nachzukommen, weil man die gesellschaftliche Verantwortung hat, seinen Job nicht mehr zu machen, weil Theater ein ansteckender Ort ist. Das zehrt. Und nicht nur an den Nerven.

In der Krise zeigt sich der wahre Charakter. Hat jemand schlaueres mal gesagt. Und recht gehabt. Es zeigt sich also in einer Krise der wahre Charakter der Kunst. Und auch der Warencharakter. Und natürlich begrenzte Ressourcen. Der Applaus, von dem wir normalerweise leben, der unser Brot ist, den bekommen nun diejenigen gespendet, die systemrelevanter sind. Die Autoindustrie. Und die Lufthansa. Zurecht. Denn mit Kunst und Kultur kann ich nicht an andere Orte fahren oder fliegen. Kunst und Kultur gibt es nur, damit allzu sensible Charaktere, die mit ihrer Tagesfreizeit nichts anfangen können, nicht auf Kosten der Allgemeinheit mit Hartz IV durchgefüttert werden müssen.

Theater hat sich schon immer neu erfunden. Theater ist ein stetes Umgehen mit unmittelbaren Zuständen und Umständen, räumlich, personell, politisch, gesellschaftlich. „Theater erschüttert unsere Welt und liefert den Impfstoff der Möglichkeit. Wir müssen Wege finden, es wieder zu riskieren“. Schreibt Albert Ostermaier in der Süddeutschen Zeitung. Und die illustriert diesen wundervollen Text über die Anpassungsfähigkeit des Theaters mit einem Bild von Gustaf Gründgens in einer Hamlet-Inszenierung von 1936.

Hilflos, orientierungslos, wütend. Das ist nicht unbedingt ein Klima, in dem die Kreativität floriert. Auch nicht an den Landungsbrücken Frankfurt. Wenn wir also das Theater, was wir machen, nicht machen können, was machen wir denn dann? Theater muss versichern, es muss aber vor allem auch verunsichern? Theater gibt Antworten, damit sich Fragen stellen. Wie soll das denn aber gehen in einer Zeit, in der Linke für den starken autoritären Staat eintreten und Rechte lautstark mit dem Grundgesetz wedeln? Ist das nicht gerade das viel spannendere Theater, als die schlecht gefilmten Monologe mit schlechtem Ton vor der Bücherwand oder dem Gewürzregal in der Küche, die man jetzt als digitale Revolution feiert?

UND NUN ZU ETWAS VÖLLIG ANDEREM. Jetzt also. Landungsbrücken Frankfurt spielt. Dinge, die man schon immer mal machen wollte. Und machen wollen sollte. Sachen, die man schon immer mal sagen wollte. Schnellschüsse, die jetzt einfach mal reif sind. Appetithappen für kommende Produktionen. Ausschnitte aus spannenden Produktionen. Musikdarbietungen. Installationen. Parcours. Live und im Stream. Dinge, die für sich selber stehen. Und trotzdem gemeinsam einsam Geschichten erzählen.

Wir machen kein Ersatz-Theater. Wir machen kein desinfiziertes Theater. Wir machen kein „Dafür ist das ja ganz ok-Theater“, kurz, wir machen keinen Muckefuck. Denn der schmeckt niemandem. Wir machen Landungsbrücken Frankfurt. Aber anders.

UND NUN ZU ETWAS VÖLLIG ANDEREM. Ab Juni.

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Buch
LANDUNGSBRÜCKEN
Regie
FRANKFURT
Mit
Dem erweiterten Ensemble der Landungsbrücken Frankfurt