Theater

DER SCHACHTELMANN

Eine Bühnenadaption des gleichnamigen Romans von Kōbō Abe

Kōbō Abe

Premiere: 10. November 22

11.11.2022, 20:00 Uhr (ENTFÄLLT WEGEN ERKRANKUNG IM ENSEMBLE)
Weitere Aufführungen am 19.11./20.11., jeweils 20:00 Uhr

(im Anschluss an die Premiere: Publikumsgespräch mit Dr. Christian Chappelow, Dozent für Japanologie an der Goethe Uni Frankfurt)

schachtelmann web (c)Christian Schuller.jpg

Eine Produktion von pan productions
In Kooperation mit Landungsbrücken Frankfurt

»Zum Beispiel du, mein Freund, hast sicher noch nie von einem Schachtelmann gehört. Aber gesehen - gesehen hast du doch bestimmt ...Hör auf, dir etwas vorzulügen. Sicher, ein Schachtelmann fällt kaum auf. Unter Fußgängerbrücken, neben und hinter öffentlichen
Toiletten, an Leitplanken und so weiter wirkt er wie Abfall. Nur: Nicht auffallen und nicht sehen sind zweierlei. Ein Schachtelmann ist keine Rarität; es gibt tausend Gelegenheiten, einen zu sehen. Auch du hast schon einen gesehen, da bin ich sicher.«

pan productions (»Gesäubert«(2021), »Der kleine Prinz« (2019)) erzählen mit ihrer Bühnenversion von Kōbō Abes Roman »Der Schachtelmann«, die Geschichte eines Menschen, der der Gesellschaft den Rücken gekehrt und sich in eine Pappschachtel zurückgezogen hat. Die Handlung des Romans scheint sich im Inneren dieses Pappkartons abzuspielen, der von außen zwar zu einer schützende Haut, aber im inneren zu einer Art Labyrinth für den Schachtelmann geworden ist: »Je mehr man sich abmüht, je mehr neue Passagen man in diesem Labyrinth schafft, desto mehr wird die Schachtel zu einer weiteren Schicht der Außenhaut, die direkt aus dem Körper wächst, und die innere Anordnung immer komplexer und undurchdringlicher werden lässt.« Indem er auf die Innenwände des Kartons schreibt, erfindet der Schachtelmann eine neue Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die schließlich aufeinanderprallen.

»Der Schachtelmann« ist ein modernes Märchen über Identitätssuche und -verlust, über Lebenswirklichkeiten in der modernen Großstadt-Gesellschaft. Eine kafkaeske Erzählung über das Betrachten und betrachtet Werden und über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen. Eine Kriminalgeschichte über einen Mord, der passiert sein mag, oder auch nicht. Eine poetische Reise durch einen Bühnenraum voller Pappkartons. Eine Suche nach dem Erzähler, der Wahrheit und dem eigenen »Ich«. Eine verschachtelte Geschichte über einen Schachtelmann, der seine Aufzeichnungen über einen Schachtelmann schreibt, der gerade in seiner Schachtel sitzt. Der Schachtelmann, das ist...

Was findet in wessen Fantasie statt? Wer erfindet wen? Und wer schreibt diese Geschichte?

Von und mit:
Regie: Sebastian Bolitz
Spiel: Christoph Maasch, Sven Marko Schmidt, Léa Zehaf
Dramaturgie/Projektleitung/Textfassung: Julius Ohlemann, Ole Bechtold
Ausstattung/Grafik: Prisca Ludwig
Musik: Steffen Scheuermann
Fotos: Christian Schuller
Technische Einrichtung: David Gyebrovszky

Die Produktion wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt, das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Kulturfonds Rhein-Main mit freundlicher Unterstützung vom Farbenfabrik Dr. Carl Milchsack e.V./Landungsbrücken Frankfurt.


Buch
Kōbō Abe
Regie
Sebastian Bolitz
Mit
Christoph Maasch, Sven Marko Schmidt, Léa Zehaf