Performance
Aufführung am
05.04.2025, 20:00 uhr
Erinnern und Gedenken ist nicht gleichzusetzen mit dem, was passiert ist. Kann man einen Ausdruck finden für das, was unverarbeitet in den Lücken zwischen Gedenktafeln, Dokumentationen und Reden an Jahrestagen verborgen liegt?
Der Komponist Luigi Nono schuf durch elektronische Verfremdung historischer Dokumente Musik und forschte so nach einer nicht-sprachlichen Art der Darstellung des Unfassbaren. Der Autor Peter Weiss entwickelte aus Protokollen des ersten Auschwitz-Prozesses das dokumentarische Theaterstück “Die Ermittlung”. Auch ein Versuch, Dinge, für die es keine Sprache gibt, dennoch aus der Sphäre des Schweigens zu zerren.
In "Die Verwicklung" greift KGI Nonos Suche nach einer anderen, nicht-sprachlichen Art der Darstellung auf und erforscht die Grenzen des Verstehens und des Unbewussten. Basierend auf "Die Ermittlung" verdichten sie hunderte von Zeug:innenaussagen zu einem musikalischen Oratorium, das versucht Ungesagtem, Nicht-Dokumentiertem auf die Spur zu kommen, und uns in Lücken blicken zu lassen. „Die Verwicklung“ will bekannte Erzählungen von Geschichte stören und unsere Begriffe von Vergangenheit und Gegenwart, Schuld und Aufarbeitung irritieren.
(Premiere: 9. Mai 2024 20 Uhr im Ringlokschuppen Ruhr)
Eine Produktion von KGI in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Ruhr
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Spitzenförderung, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Kunststiftung NRW
Von und mit: Maria Vogt, Simon Kubisch, Dominik Meder, Mike Vojnar, Marcel Nascimento, Sara Sabri
Konzept, Text: Maria Vogt, Simon Kubisch, Dominik Meder
Regieassistenz und Video: Marcel Nascimento
Produktionsleitung: Sara Sabri
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