Theater

20.21 KANE innen

Sarah Kane. Die Werkschau. Die Reihe. Das Festival.

Premiere: 03. Februar 21

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DER ZEITPLAN

03. Februar 2021
50. Geburtstag Sarah Kane
www.2021kane-innen.de geht online

04. August 2021
Premiere
DIE AUTORIN IST TOT
Akgün-Schassner-Zehaf
(Regie: Hannah Schassner)

11. August 2021
Premiere
ZERBOMBT
Landungsbrücken Frankfurt
(Regie: Linus Koenig & Felix Bieske)

17. August 2021
Premiere
PHAIDRAS LIEBE
mädchen*theater
(Regie: Meike Hedderich)

02. September 2021
Premiere
GESÄUBERT
Pan Productions
(Regie: Sebastian Bolitz)

09. September 2021
Premiere
GIER
Kortmann&Konsorten
(Regie: Sarah Kortmann)

15. September 2021
Premiere
4.48 PSYCHOSE
Fiel/Impuks
(Regie: Mareike Buchmann)


DAS KONZEPT

Sarah Kane, eine der maßgeblichen Initiatoren und radikalsten Vertreterinnen des britischen IN YER FACE-Theaters der 90er des vergangenen Jahrhunderts, erschien auf der Theaterszene wie eine Handgranate. Kane brachte das Theater an die Grenzen des Darstellbaren und weit darüber hinaus.

Anlässlich des 50. Geburtstages von Sarah Kane kooperieren 6 freie Theatergruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet und führen ihr komplettes Gesamtwerk an den Landungsbrücken Frankfurt auf. Als Werkschau, als Reihe, als Festival. Und noch viel mehr.

Die Boulevard-Presse war entsetzt. ZERBOMBT, Kanes Debüt 1995, sei ein„Disgusting feast of filfth“, ein „ekelhaftes Gelage des Schmutzes“. Trotz der schonungslos unverhüllten Darstellung physischer und psychischer Brutalität und Grausamkeit mit einer gleichzeitigen Tendenz zu gewaltsamer Bühnensprache bei klar erkennbarem Formwillen unterscheidet sich das mit Vor- und Nachwort nur knapp 250-seitige Gesamtwerk Sarah Kanes aber nicht zuletzt aufgrund seiner dramatischen und literarischen Breite und Tiefe von einer oberflächlichen Lust an der Provokation.

Was gibt uns eine Autorin, von der die Frankfurter Rundschau 1999 schrieb, ihr „schmerzender Lebensfunke“ werde das Theater „noch lange in sein eigentümliches Licht tauchen“ im Jahre 2021? Wie muss eine theatrale Handgranate im Jahre 2021 aussehen, um als solche angenommen zu werden? Warum hat sich die freie Szene, als deren Ikone die Autorin immer noch hell strahlt, noch nie an eine Werkschau getraut? Und warum machen wir das jetzt?

20 Jahre nach Sarah Kanes Tod werden Autorinnen im sogenannten Mainstream immer noch sehr viel anders rezipiert als Autoren. Autorinnen sind nicht genialisch, sie sind hysterisch und psychotisch. Die stets auf auch ihren eigenen gesellschaftlichen Avantgardismus bzw. die Zurschaustellung desselben bedachte Kunst ist da keine Ausnahme. Autorinnen im Spielplan? Ja, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Aber bitte nur Frauenthemen. Regisseurinnen am Staatstheater? Frank Castorf hat selten erlebt, "dass eine Frau besser inszeniert als ein Mann".

Im Falle Kane scheint es zudem verführerisch nahezuliegen, sie auf ihr exzessives Schaffen in kurzer Zeit, ihre Depressionen und ihren Suizid zu reduzieren bzw. ihre Rezeption stets und ausschließlich daran anzuknüpfen und davon abzuleiten. Dahinter tritt das geschriebene Wort in den Hintergrund. Das Werk als solches ist aber an sich schon so gewaltig, so vielschichtig, so herausfordernd, da benötigt es keine zusätzliche human interest Psychologisierung. Die „Autorin ist Tot“ ist dann auch der entsprechende und folgerichtige doppeldeutige Titel des begleitenden Diskursstückes.

Als Koproduktion und Kooperation mit u.a. MÄDCHENTHEATER, KORTMANN&KONSORTEN, PAN PRODUCTIONS, HANNAH SCHASSNER, FIEL IMPUKS und anderen, werden über einen Zeitraum von knapp drei Monaten an den Landungsbrücken Frankfurt sowohl einzeln und künstlerisch unabhängig voneinander 6 Stücke zur Premiere gebracht, als auch abschliessend als Festival aufgeführt. Begleitet wird die Reihe während des gesamten Jahres durch verschiedene begleitende Veranstaltungen, die Aufführung ihres Kurzfilmes SKIN, sowie Symposien, Podiumsdiskussionen und vieles mehr.


DIE MITWIRKENDEN

Sieben Regisseur*Innen werden die fünf Stücke Sarah Kanes, sowie eine Stückentwicklung, die sich mit Sarah Kane als Person bzw. ihrem Schaffen und seinem Kontext und seinen Themen auseinandersetzt, in ihrer individuell eigenen Ästhetik und Herangehensweise inszenieren:

FELIX BIESKE, ehemals Künstlerisches Leitungsteam Landungsbrücken Frankfurt, seit 2017 Studiengang Regie an der Akademie der Künste, Baden-Württemberg. Bieske inszeniert mit Koenig ZERBOMBT (Eine Produktion von Landungsbrücken Frankfurt).
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SEBASTIAN BOLITZ, freier Regisseur und Produzent, Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Geschichte und Politikwissenschaften. Inszeniert und produziert mit der freien Gruppe PAN PRODUCTIONS. Bolitz inszeniert GESÄUBERT (Eine Koproduktion mit Pan Productions).
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MAREIKE BUCHMANN, Choreografin, Tanz- und Performancekünstlerin. Sie inszeniert und produziert als künstlerische Leiterin mit der freien Gruppe FIEL IMPUKS. Buchmann inszeniert 4.48 PSYCHOSE (Eine Koproduktion mit FIEL IMPUKS).
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MEIKE HEDDERICH, Regie-Absolventin der HfMDK, Freie Regisseurin und Theaterpädagogin. Sie inszeniert und produziert mit der freien Gruppe MÄDCHEN*THEATER. Hedderich inszeniert PHAIDRAS LIEBE (Eine Koproduktion mit Mädchentheater).
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LINUS KOENIG, Künstlerischer Leiter der Landungsbrücken Frankfurt, Politologe, freier Schauspieler und Regisseur, 2017 ausgezeichnet mit dem Hauptpreis der Hessischen Theatertage für seine Inszenierung HASS – La Haine. Koenig inszeniert mit Bieske ZERBOMBT (Eine Produktion von Landungsbrücken Frankfurt).
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SARAH KORTMANN, Studium der Philosophie und Germanistik, Regie-Absolventin der HfMDK Frankfurt, produziert und inszeniert mit der Gruppe KORTMANN&KONSORTEN. 2017 wurde sie für die Produktion MY MALALA mit den Förderpreis des Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreises Karfunkel ausgezeichnet. Kortmann inszeniert GIER (Eine Koproduktion mit Kortmann&Konsorten).
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HANNAH SCHASSNER, freie Regisseurin, Theaterwissenschaftlerin, Theatervermittlerin in Bildungskontexten, Leitung der theaterperipherie, Frankfurt. Erhielt 2019 hierfür u. a. am Beispiel ihrer Inszenierung ILLEGAL den Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreis Karfunkel. Schassner erarbeitet, kollagiert und inszeniert das begleitende Diskursstück zum Thema unter dem Arbeitstitel DIE AUTORIN IST TOT (Eine Koproduktion mit Akgün-Schassner-Zehaf).
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MARINA FISCHER, Studium der Soziologie und Politologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie ist im Projektleitungsteam des PROTAGON e.V. für die Organisation von Theaterfestivals zuständig. FISCHER wird das Gesamtprojekt als dessen Produktionsleitung begleiten


DIE RAHMENVERANSTALTUNGEN

Die einzelnen Stücke laufen als Repertoire weiter. Nach der Premiere von DIE AUTORIN IST TOT werden die Stücke als Reihen und als Festival über das gesamte Wochenende oder Doppelabende gespielt sowie immer wieder in Kombination mit verschiedenen Rahmenveranstaltungen angeboten.

BEGEHBARES PROGRAMMHEFT // FRAUEN IN DER KUNST (Ausstellung) // SKIN (Kurzfilm von Sarah Kane) // MEDIENGEWALT und die Gesellschaft. Oder umgekehrt // (Podiumsdiskussion begleitend zu ZERBOMBT) // MEDIENKONSUM (Kurzvortrag & Gespräch begleitend zu PHAIDRAS LIEBE) // DES MENSCHEN WESEN IN SEINEM SCHATTENRISS LESEN (Interaktive Installation inkl. Führung begleitend zu PHAIDRAS LIEBE) // – ICH – DU – WIR – SIE – ES – (Podcast begleitend zu GIER) // pension schiZZo (Konzert begleitend zu 4.48 PSYCHOSE) // DEPRESSION: EIN WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT (Ein spielerisch-bewegender Parcours begleitend zu IN HER FACE oder DIE AUTORIN IST TOT) // SCHREIBENDE FRAUEN (Eine Literaturkritik-Analyse von und mit Dr. Christine Künzel begleitend zu IN HERFACE oder DIE AUTORIN IST TOT)

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Buch
Regie
Mit
  • 20.21 KANE innen

    Sarah Kane. Die Werkschau. Die Reihe. Das Festival.

  • ANEINANDER

    Musik-Tanz-Performance

  • Kane: 4.48 PSYCHOSE

    Vital, brutal, zärtlich, wütend und hoffnungsvoll - ein Bewusstseinsstrom zwischen Traum, Wahn und Realität.

  • Kane: GESÄUBERT

    Über den Tanz der Liebe, das Erlernen und Verlieren der Sprache und die körperliche wie seelische Amputation

  • Kane: GIER

    Ein Miteinander, dass gegeneinander geht. Ein Trip durch Gedanken, Erinnerungsfetzen und Assoziationen.

  • Kane: IN HER FACE oder: DIE AUTORIN IST TOT

    Gedankensprünge, weibliche Autorschaft, Depression, schlecht gesungene Musical-Songs und sechs Räume mit jeweils einer Lampe. Stille.

  • Kane: PHAIDRAS LIEBE

    Besessene Liebe, dekadente Gleichgültigkeit und ein Blick in den Abgrund einer Gesellschaft, der nahezu alles egal ist.

  • Kane: ZERBOMBT

    Im Geflimmer der Bildschirmwelten von der Liebe in Zeiten des Krieges.

  • MEPHISTO

    Der Künstler. Die Kunst. Die Karriere.

  • NIEMAND.

    Eine paradiesische Groteske

  • NORA

    nach Ibsen, aber ohne Worte.

  • SURVIVOR

    THEATER MEETS JAZZ