Theater

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

Die beste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.
Max Frisch

Premiere: 06. September 18

PREMIERE AM 06.09.2018, um 20:00 Uhr
Aufführungen am 07.09.//16.09.//22.11.//09.12.2018

Biedermann Hochkant web.jpgDer Haarwasserfabrikant Biedermann und seine Frau Babette leben ein wunderbar ungestörtes Leben. Gut, Böse, Oben, Unten, Rechts, Links, alles hat seine Ordnung. Die Brandstifter, von denen man neuerdings immer wieder hört, finden ja nur in den Nachrichten statt und wenn man ihnen persönlich begegnen würde, zum Beispiel, wenn sie an der Tür klingeln, die beiden Brandstifter, dann, ja dann...bietet man ihnen ein Obdach, ein Frühstück und reicht dazu ein Päckchen Streichhölzer.

Max Frischs Biedermann und die Brandstifter ist eine Parabel auf die Machtergreifung der Nazis. Die haben auch nie einen Hehl aus ihren Absichten gemacht und trotzdem hat das Bürgertum nur allzu gerne die Steigbügel zur Katastrophe gehalten. Aus Höflichkeit, aus Ahnungslosigkeit, aus Borniertheit.

Und heute ist das auch wieder so. Überall Brandstifter und wir reichen ihnen die Zündhölzer. Im übertragenen und tatsächlichen Sinne. 60 Jahre nach der deutschen Erstaufführung hat das Stück nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Gut, bei der Uraufführung in der Schweiz hat man das ganz klar als Warnung vor der kommunistischen Invasion interpretiert, was den Autoren zurecht erzürnt hat. Aber wir wissen immer noch ganz klar, wer mit den titelgebenden Brandstiftern eigentlich gemeint ist. Trump, AfD, Brexit, Le Pen, Erdogan, Putin, Charlie Hebdo, Özil, Wagenknecht, Merkel, die linksgrünversifften Bahnhofsklatscher, die Flüchtlinge und die Islamisten. Die Liste ist lang. Aber sonst ist doch alles ganz klar. Das ist so und das hat so zu sein, weil wir das wissen, dass es so ist. Das muss reichen.

Und weil das Stück so sehr für sich spricht, reicht das auch völlig aus, es so zu spielen, wie der Autor das geschrieben hat. Acht starke Figuren, die sich ganz auf ihre Schauspielkunst verlassen können, um dem Text, der Haltung und der Aussage zu dienen. Unbehindert von den Zumutungen des schon lange nicht mehr modernen Regietheaters.

Denn wenn das Publikum ins „politische Theater“ geht, hat es bereits die richtige Entscheidung getroffen. Nämlich die, auf der richtigen Seite zu stehen.

Ein Lehrstück ohne Lehre

Herr Biedermann – Johannes May
Babette, seine Frau – Felicia Binger
Anna, ein Dienstmädchen – Janine Maschinsky
Schmitz, ein Ringer - Sven Marko Schmidt
Eisenring, ein Kellner – Christoph Maasch
Ein Polizist – Ole Bechtold
Ein Dr. phil. - tbc
Witwe Knechtling – Melina Hepp

REGIE Linus Koenig
DRAMATURGIE Lucia Primavera
BÜHNE & KOSTÜME & AUSSTATTUNG Katja Quinkler
MUSIK Thomas Buchenauer
CHOREOGRAPHIE Katharina Wiedenhofer
FOTOS Niko Neuwirth

Buch
Max Frisch
Regie
Linus Koenig
Mit
Bechtold, Binger, Hepp, Maschinsky, Maasch, May, Schmidt
Bühne
& KOSTÜME Katja Quinkler
Weitere
DRAMATURGIE Lucia Primavera BÜHNE & KOSTÜME & AUSSTATDRAMATURGIE Lucia Primavera // MUSIK Thomas Buchenauer // CHOREOGRAPHIE Katharina Wiedenhofer // FOTOS Niko Neuwirth