Theater

Kane: 4.48 PSYCHOSE

Vital, brutal, zärtlich, wütend und hoffnungsvoll - ein Bewusstseinsstrom zwischen Traum, Wahn und Realität.
Sarah Kane

Premiere: 11. September 21

Spieltermine:
15.09.//16.09.//19.09.//21.10.//24.10.2021, jeweils 20:00 Uhr
12.02.2022, 20:00 Uhr

psychose_a2_RGB_mit Anschnitt web.jpgWir ahnen: Psychose ist nicht privat, nicht exklusiv, nicht romantisch – ist mit uns.

4.48 Psychose ist Sarah Kanes letztes Stück Theater. Sie verfasste den Text dazu im Herbst/Winter 1998/99. Nach ihrem Suizid am 20. Februar 1999 wurde daraus eine posthume Uraufführung auf die Bühne gebracht. Der Text hat sich nach ihrem Tod von ihr gelöst, ist ohne ihre dramaturgische Referenz auf die Bühne gewandert. Ein in Bewegung gebrachtes Phantasma, das sein Inneres ins Außen kehrt.

4.48 Psychose – das sind Selbstgespräche, Anklagen, Gedankenfetzen, Hasstiraden, Erinnerungen, Sehnsüchte, Träume, Liebesbekundungen, Auflistungen von Medikamenten, Beschreibungen von Körperzuständen, Krankenblatteinträge, Testergebnisse und mehr. All diese Themen schwirren wie Fraktale durch den Text, sie haben keinen äußeren Bezugspunkt, keine Adressaten. Das dadurch wirkende Textgewebe, verwischt individuelle und kollektive Orientierungsgarantien.

Diesen textlichen Schwebezustand nutzt die Inszenierung von Mareike Buchmann/Fiel Impuks, um einen Raum zu öffnen, indem sich individuelle und kollektive Fragen, Ängste, Sorgen, Hoffnungen begegnen, entladen, entfalten.

Es gibt keine Person, es gibt Stimmen und Körper. Zwischen stiller Langsamkeit und intimer Nähe nistet sich die Inszenierung in den Blick des Publikums ein. Dabei tauchen der Text, die Performerinnen, den Performer, die Stimmen, die Geräusche, aus tatsächlicher Dunkelheit ins tatsächliche Grün des Bühnenbildes. Wessen Stimme ist zu hören, woher kommt der Impuls der Bewegung, wonach richtet sich der Tanz aus? Das sind keine Fragen, das sind Wegmarken eines auf der Bühne lebendig gewordenen Traumes, der je nach Betrachtung auch Psychose sein kann. Bei allem Ernst und Schwere des Themas führt die Inszenierung uns an die ausgelöschte Grenze der Sprache vergehender Bilder. Der Schleier hebt den Raum – eine Wirklichkeit erscheint.

PERFORMER_IN Constantin Orth
PERFORMER_IN Jessica Pfrengle
PERFORMERIN_IN Lisa Schaar
REGIE & CHOREOGRAFIE Mareike Buchmann
DRAMATURGIE Robert Krajnik
SOUND Mirko Danihel
KOSTÜM Julia Graf
RAUM Theresa Lawrenz

Eine Produktion von Fiel Impuks im Rahmen von 20.21 KANE innen.
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TRIGGERWARNUNG: Diese Inszenierung behandelt Themen sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt und Suizid. Dies kann von einigen Zuschauer*innen als beklemmend empfunden werden.

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Buch
Sarah Kane
Regie
& CHOREOGRAFIE Mareike Buchmann
Mit
Lisa Schaar, Constantin Orth, Jessica Pfrengle
Bühne
Theresa Lawrenz
Kostüme
Julia Graf
Weitere
DRAMATURGIE Robert Krajnik SOUND Mirko Danihel